Vom Pulver zum fertigen Teil

Mit 25 Jahren Branchen-Know-how aus Metall- und Kunststoffindustrie zu cleveren Lösungen: Um Additive Fertigung in der Industrie wirtschaftlich zum Einsatz zu bringen, gilt es bestimmte Rahmenbedingungen einzuhalten. Daher ist es gut, wenn es Unternehmen gibt, die neben der Kompetenz zu den generativen Verfahren auch noch fundiertes Branchen-Know-how beisteuern können. Die MostTech Technologie Agentur, welche die SLM Solutions Group AG in Österreich vertritt, sieht sich als genau diese Schnittstelle. Autor: Georg Schöpf / x-technik

Vier parallel arbeitende Laser steigern die Baugeschwindigkeit der SLM 500HL.

Vier parallel arbeitende Laser steigern die Baugeschwindigkeit der SLM 500HL.

Michael Hofer
MostTech Technologieberatung

„Wir sehen unsere Aufgabe darin, den Anwendern in der Industrie einen Blick über den Tellerrand zu ermöglichen und den Blick für die Möglichkeiten der Additiven Fertigung zu schärfen. Dabei leisten wir Technologieberatung aus der Praxis für die Praxis.“

Die Wurzeln der SLM Solutions Group AG reichen bis ins Jahr 1863 zurück. Ursprünglich aus der Rohstoffgewinnung stammend, hat sich das Unternehmen über die Sparten Prototype Tooling und Vakuumgießen zu einem der Pioniere der Additiven Fertigung im Bereich Selektives Laser Schmelzen SLM entwickelt. Seit dem Jahr 2000 konzentriert sich das in Lübeck ansässige Unternehmen auf die Herstellung von innovativen Anlagen für die generative Fertigung. So ist das norddeutsche Traditionsunternehmen Mitbegründer und Namensträger des SLM-Verfahrens.

„Als Hersteller von Maschinen für die Prototypen- und Serienproduktion richten wir unsere Unternehmenspolitik auf die Entwicklung, die Produktion und den Vertrieb von Maschinen und integrierten Systemlösungen für den additiven Fertigungsprozess aus. Die Anlagen werden weltweit von Kunden in der Luft- und Raumfahrtbranche, in der Medizintechnik, Maschinen- und Anlagenbau im Gesundheitswesen, auf dem Energiesektor oder dem Automobilsektor eingesetzt“, fasst Stefan Ritt, Marketingleiter bei SLM-Solutions die Unternehmensphilosophie zusammen. Mit über 160 Mitarbeitern ist das Unternehmen mittlerweilen auch in USA und Singapur vertreten.

Formsegment für die Reifenherstellung. Innovative Prozessgestaltung.

Formsegment für die Reifenherstellung. Innovative Prozessgestaltung.

Innovation als Produktivitätsfaktor

Die Lübecker haben sich zum Ziel gesetzt, mit ihren Anlagen richtungsweisend im Hinblick auf den Innovationsgrad zu sein. So arbeiten in der High-End-Maschine SLM 500HL vier Laser nicht nur gleichzeitig und parallel, sondern bearbeiten auch mehrere Pulverschichten in einem Schmelzvorgang mittels 400 W- bzw. 1.000 W-Laser. Mit der Maschine lassen sich Schichtdicken von 20 bis 200 µm bei einer Baugeschwindigkeit von 105 cm³/h realisieren. Der Bauraum beträgt 500 x 280 x 320 mm. Mit minimalen Wandstärken von 0,16 bis 0,18 mm lassen sich auch feinste Strukturen präzise Abbilden. Die Metallpulverförderung ist aufgrund der größeren Mengen und Gewichte als kontinuierliches Fördersystem ausgelegt. Mit dieser Maßnahme wird das Pulvermanagement automatisiert. Damit entfällt die zeitaufwendige, manuelle Befüllung der Anlage mittels Flaschen bzw. Containern. „Unsere Ingenieure haben intensiv an der Vereinfachung und Automatisierung des Anlagenkonzepts gearbeitet, um die Produktionsprozesse zu optimieren. Mit den verfügbaren Auspackstationen sind die Anlagen nahezu ohne Stillstandzeiten voll einsetzbar, da ein Abkühlen der Bauzylinder in der Anlage entfällt und der nächste Baujob sofort gestartet werden kann“, geht Ritt ins Detail.

Die SLM 500HL zeigt mit ihren vier Lasern und unterschiedlichen Laserleistungen für verschiedene Schmelztiefen einen hohen Innovationsgrad was die Produktivität im selektiven Laserschmelzen anbelangt.

Die SLM 500HL zeigt mit ihren vier Lasern und unterschiedlichen Laserleistungen für verschiedene Schmelztiefen einen hohen Innovationsgrad was die Produktivität im selektiven Laserschmelzen anbelangt.

Auch in der Medizintechnik finden die Systeme von SLM Solutions Anwendung. Hier eine Hüftgelenkspfanne aus Titan.

Auch in der Medizintechnik finden die Systeme von SLM Solutions Anwendung. Hier eine Hüftgelenkspfanne aus Titan.

Starke Partnerschaft

Um ihren Kunden die bestmögliche Betreuung zukommen zu lassen, setzt die SLM Solutions Group AG auf die Zusammenarbeit mit regionalen Partnern. So wird das Unternehmen in Österreich von der Technologieagentur MostTech unter der Leitung von Michael Hofer vertreten. „Wir sind schon stolz mit einem der Pioniere des Selektiven Laserschmelzens zusammenarbeiten zu können“, meint dieser. Hofer blickt auf über 25 Jahre Erfahrung in unterschiedlichen Bereichen der Metall- und Kunststoffindustrie zurück. Er sieht sich als Mittler zwischen konventionellen Fertigungsverfahren und generativen Methoden. „Ich möchte den Nutzern aufzeigen, dass die SLM® Solutions Fertigungstechnologie mehr Chancen als Risiken bietet, aber auch klarstellen, dass ein erfolgreicher Einsatz ein klares Verständnis des Gesamtprozesses erfordert“, fasst er zusammmen und sieht die additiven Verfahren als „Evolution in der klassischen Fertigung“.

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