anwenderreportage

LaserCUSING® im Werkzeugbau

Haidlmair setzt beim Laserstrahlschmelzen auf M2 cusing Multilaser von Concept Laser: Als Hersteller von Werkzeugen für Spritzguss- und Druckgusswerkzeugen für Transport- und Logistiklösungen hat sich die Haidlmair GmbH eine starke Marktposition erarbeitet. Für die Herstellung von Werkzeugeinsätzen und Maschinenbaukomponenten vertraut das Unternehmen auf AM-Kompetenz aus dem Hause Concept Laser und wurde bei der Einführung einer M2 cusing Multilaser LBM-Maschine von deren österreichischem Vertriebspartner Westcam intensiv unterstützt. Autor: Georg Schöpf / x-technik

Die M2 cusing Multilaser ist mit 2 x 400 W Faserlaser ausgestattet und besticht durch ihre kompakte Bauweise.

Die M2 cusing Multilaser ist mit 2 x 400 W Faserlaser ausgestattet und besticht durch ihre kompakte Bauweise.

Stefan Knödlstorfer
Technischer Leiter und COO bei Haidlmair

„Wir verfolgen den Grundsatz: Wir wollen alles selbst machen können. Unser Ziel ist eine maximale Fertigungstiefe. Das gibt uns die Flexibilität, auf Kundenanforderungen schnell reagieren zu können.

Als Werkzeugbaubetrieb hat sich die Haidlmair GmbH aus Nußbach in Oberösterreich schon früh einen Namen als Spezialist für innovative Lösungen für den Lager- und Logistikbereich gemacht. So entwickelte sich das oberösterreichische Traditionsunternehmen innerhalb von 38 Jahren unter anderem zum Weltmarktführer für Werkzeuge zur Herstellung von Getränkekisten. Die Bandbreite reicht von einfachen Dosen-Trays über Leichtboxen in allen Größen und Formen bis zu Flaschenkästen in Mehrmaterial- und/oder Mehrfarbenausführung. Außerdem werden vielfältige Transport- und Logistikanwendungen, Wertstoffbehälter sowie technische bzw. automotive Teile mit Werkzeugen aus dem Hause Haidlmair hergestellt.

Dabei verfügt das Unternehmen über die Kompetenz und Ausstattung, seine Kunden von der Entwicklung des Werkzeuges bis zur Bemusterung zu begleiten. Dabei entstehen hocheffiziente Werkzeuge, bei denen beispielsweise sämtliche Teile einer Klappbox oder auch verschiedene Materialkombinationen in einem einzigen Schuss verarbeitet werden können.

Schon kurz nach Inbetriebnahme der M2 cusing Multilaser entstand das erste Produktivteil, eine Kühlmanschette für die Werkzeugvorbereitung.

Schon kurz nach Inbetriebnahme der M2 cusing Multilaser entstand das erste Produktivteil, eine Kühlmanschette für die Werkzeugvorbereitung.

Markus Saurer
Leiter 3D-Printing bei Westcam

„Es macht Spaß, gemeinsam mit dem Kunden innovative Lösungen zu entwickeln und zu sehen, wie sich diese im Alltag bestens bewähren. Wenn man sieht, wie bis dato ungenutzte Potentiale dank innovativer 3D-Drucktechnologie ausgeschöpft werden können, dann geht einem als leidenschaftlicher Prozessberater das Herz auf.“

Hohe Fertigungstiefe und Flexibilität

„Wir stellen sämtliche Komponenten unserer Werkzeuge im Hause her und greifen lediglich auf Normteile von externen Anbietern zu“, beschreibt Stefan Knödlstorfer Technischer Leiter und COO bei Haidlmair, die große Fertigungstiefe des Unternehmens. Das Thema Additive Fertigung wird für den Musterbau schon seit etwa zwei Jahren verwendet. Dort stellt man im FDM-Verfahren Prototypen und Muster für künftige Endprodukte her. Um auch im Werkzeugbau effizienter arbeiten zu können und die Möglichkeiten der Additiven Fertigung im Hinblick auf konturnahe Kühlung und effizientere Werkzeuge zu nutzen entschied man sich im Herbst 2016 zur Beschaffung einer Laserschmelzanlage.

„Unsere Überlegungen waren klar davon geprägt, effizientere Werkzeug zu bauen und damit die Produktivität unserer Kunden zu erhöhen“, erklärt Harald Söllner, der bei Haidlmair die Additive Fertigung verantwortet. „Das LBM-Verfahren bietet aus unserer Sicht für unsere Anwendung die größten Vorteile. Uns war aber von vornherein bewusst, dass wir einen Lernprozess durchschreiten müssen, um die Möglichkeiten der Technologie ausschöpfen zu können“, so Söllner weiter.

Bei der Maschinenauswahl kamen den Oberösterreichern die langjährigen guten Beziehungen zur Hofmann Innovation Group in Lichtenfels zugute. „Selbstverständlich haben wir uns breit im Markt informiert, konnten aber aufgrund der guten Partnerschaft mit Hofmann, die ja schon seit vielen Jahren eine führende Rolle im Bereich der Additiven Fertigung von Metallteilen innehaben und ein enger Partner von Concept Laser sind, einen guten Eindruck von der Leistungsfähigkeit der LaserCUSING-Maschinen gewinnen“, schildert Knödlstorfer Maschinenauswahl.

V.l.n.r.: Markus Saurer, Leiter 3D-Printing bei Westcam, Harald Söllner, Bereichsleiter Additive Fertigung bei Haidlmair, Stefan Knödlstorfer, Technischer Leiter und COO bei Haidlmair.

V.l.n.r.: Markus Saurer, Leiter 3D-Printing bei Westcam, Harald Söllner, Bereichsleiter Additive Fertigung bei Haidlmair, Stefan Knödlstorfer, Technischer Leiter und COO bei Haidlmair.

Kompaktes Maschinenkonzept

Man hat sich für eine M2 cusing Multilaser mit 2 x 400 W Laserleistung entschieden. Mit einer Bauraumgröße von 250 x 250 x 280 mm³ bietet sie genug Platz für die beabsichtigten Formeinsätze, besticht aber durch ihre kompakte Bauform. Entpacken der Bauplattform erfolgt in dem direkt neben der Prozesskammer angeordneten Handhabungsbereich. Die Jobbox wird intern aus der Prozesskammer bewegt, was eine sichere Verarbeitung ermöglicht. Derzeit steht die Verarbeitung von 1.2709 Werkzeugstahl im Vordergrund, weil man damit alle derzeitigen Anwendungsfälle abdecken kann.

„Kurz nach der Inbetriebnahme hat sich gezeigt, dass wir die Technologie auch anderweitig einsetzen können. Im Bereich der Betriebsmittelentwicklung bestand eine Anforderung, eine Kühlmanschette für das Aufschrumpfen von Werkzeugen in die Werkzeugaufnahme bereitzustellen, in der genau angepasste Kühlkanäle gebraucht werden. Ein Kollege fragte, ob man das nicht drucken könnte. Wir haben damit unser erstes Test-Teil sofort für einen produktiven Einsatz verwenden können. Die Kühlmanschetten werden jetzt nur noch nach dem neuen Verfahren hergestellt“, freut sich Söllner über diesen spontanen Erfolg und meint zusammenfassend: „Wir hätten nicht gedacht, dass wir so schnell zu einem produktiven Ergebnis kommen. Das ist sicherlich auch der Unterstützung durch Westcam zu verdanken, die uns bei der Einführung tatkräftig unterstützt und aufgezeigt hat, welche Anwendungsfelder möglicherweise für das Verfahren interessant sind. Wir sehen da noch einige zusätzliche Möglichkeiten und werden als nächsten Schritt unsere Konstrukteure mit der Technologie vertraut machen.“ Dass man dafür ebenso die Dienste von Westcam in Anspruch nehmen wird, die Haidlmaier im Bereich der Spritzgusssimulation schon viele Jahre betreut, zeigt, dass man auch im Bereich der Additiven Fertigung auf den langjährigen Lösungspartner vertraut.

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