gastkommentar

Finanzieren, aber richtig! – Elbe-Leasing verrät, wie es geht

In der Additiven Fertigung haben viele Unternehmen in der Startup-Phase die Unterstützung von Investoren gesucht. Sei es aus dem persönlichen, familiären Umfeld oder durch Risikokapitalgeber. Manchen ist der Sprung in die Wirtschaftlichkeit gelungen, anderen nicht. Unternehmensfinanzierung ist in Zeiten angespannter wirtschaftlicher und geopolitischer Lage ein oft brisantes Thema. Umso wichtiger ist es zu verstehen, welche Möglichkeiten der Unternehmensfinanzierung bestehen und worauf dabei zu achten ist.

Thomas Grübner, Geschäftsführer (Markt) Elbe-Leasing GmbH, leitet die mittelständische, inhabergeführte Leasinggesellschaft mit Sitz in Dresden. Gegründet 1990 ist Elbe-Lesing spezialisiert auf Kunden aus den Bereichen Druck, 3D-Druck, Verpackung und Holzverarbeitung.

Thomas Grübner, Geschäftsführer (Markt) Elbe-Leasing GmbH, leitet die mittelständische, inhabergeführte Leasinggesellschaft mit Sitz in Dresden. Gegründet 1990 ist Elbe-Lesing spezialisiert auf Kunden aus den Bereichen Druck, 3D-Druck, Verpackung und Holzverarbeitung.

Fact Box

Die Beratungsfirma Oliver Wyman empfiehlt den deutschen Banken in ihrem Bankenreport 2025 vier Themenfelder:
• Gezielte Optimierung der Bilanz und RWA-Struktur über proaktives und dynamisches Bilanzmanagement und Einlagensteuerung/-bepreisung.
• Optimierung des Geschäftsportfolios in Bezug auf positive Ergebnisbeiträge/Kapitalrenditen je Segment.
• Proaktives Risikomanagement z. B. über Upgrading der Frühwarnsysteme und Portfolioanalyse-Fähigkeiten und Exzellenz in Collection/Sanierung.
• Effizienzsteigerung mittels digitaler Transformation über Skalierung von KI und Analytik, IT-Modernisierung und forcierter Automatisierung von Prozessen.

Liebe LeserInnen der Additiven Fertigung, wir freuen uns, dass uns die Redaktion die Möglichkeit bietet, uns Ihnen einmal vorzustellen. Die Elbe-Leasing GmbH ist eine mittelständische, inhabergeführte Leasinggesellschaft mit Sitz in Dresden. Wir haben uns auf die Begleitung von ebenfalls mittelständischen, in der Regel inhabergeführten Unternehmen aus den Branchen Druck, 3D-Druck (Additive), Verpackung und Holzverarbeitung spezialisiert.

Wachstum des Additive-Manufacturing-Marktes. Branchenprognosen erwarten weiterhin starkes Wachstum.

Wachstum des Additive-Manufacturing-Marktes. Branchenprognosen erwarten weiterhin starkes Wachstum.

Warum 3D-Druck/Additive Fertigung

Uns fasziniert dieser Markt, weil er hochinnovativ ist, ständig in Bewegung, mit viel Zukunft. Als Finanzierer ist man herausgefordert, selbst immer am Ball zu bleiben, um diesen Markt und seine Entwicklung zu verstehen. Es ist spannend zu erleben, dass es eigentlich nichts gibt, was nicht geht, und jedes Jahr neue Technologien entstehen. Außerdem begeistert uns die Begeisterung unserer Kunden. Schaut man sich nationale und internationale Marktberichte an, hat der Markt der Additiven Fertigung erwartete Wachstumsraten von 100 Prozent in den nächsten fünf Jahren. Besonders hervorzuheben ist seine Bedeutung in der Medizin, im Umweltschutz, in der Prototypenfertigung und zunehmend in der Rüstung. Und für mich als Liebhaber alter Autos und Motorräder in der Ersatzteilfertigung.

Die richtige Finanzierung für jede Unternehmensphase – flexibel, passgenau, zukunftsorientiert.

Die richtige Finanzierung für jede Unternehmensphase – flexibel, passgenau, zukunftsorientiert.

Unternehmen der Additiven Fertigung

Aufgrund der Entwicklung und der hohen Innovationskraft dieses Marktes sind die meisten Unternehmen in diesem Segment eher kleinteilig und klassischer Mittelstand. Viele zählen noch zum Bereich der Neugründungen. Selten liegen langjährige Firmenhistorien oder Zahlungserfahrungen vor. Start-ups sind keine Seltenheit. Wissenschaft und Forschung spielen eine größere Rolle, damit oft verbunden auch Fördermittel. Häufig kommen die Unternehmensleitungen aus der Technik. Produktionsmaschinen sind häufig kostenintensiv und gelten oft noch als sogenannte Spezialmaschinen. Um ein Unternehmen mit hohen Wachstumsraten und hohem Investitionsbedarf erfolgreich am Markt zu platzieren, benötigt man in der Regel Fremdkapitalgeber. Doch auch deren Welt unterliegt einem starken Wandel. Wer das bei der Planung und Führung seines Unternehmens unterschätzt, stellt sich schnell selbst ein Bein.

Beispiel eines ausgewogenen Finanzierungsmixes für Unternehmen der Additiven Fertigung. Dieser schafft Flexibilität, sichert Liquidität und bildet die Grundlage für nachhaltiges Wachstum.

Beispiel eines ausgewogenen Finanzierungsmixes für Unternehmen der Additiven Fertigung. Dieser schafft Flexibilität, sichert Liquidität und bildet die Grundlage für nachhaltiges Wachstum.

Klassische Fremdkapitalgeber

Da wäre zunächst die Bank, oft die Hausbank. Sie ist der richtige Partner für die Betriebsmittelfinanzierung, den Kontokorrentkredit, die Immobilienfinanzierung – im Grunde für alles, wofür es keine Alternative gibt. Dann gibt es uns, die Leasinggesellschaften. Wir finanzieren alles, was austauschbar ist, also zum Beispiel Produktionsmaschinen, Firmenfahrzeuge etc., die auch von Dritten genutzt werden können. Und dann gibt es – oft bereits als FinTechs bezeichnet – Factoring- und Finetrade-Unternehmen, die einem Rechnungen abkaufen oder den Materialeinkauf vorfinanzieren. Schließlich sind da noch die Mezzanine-Kapitalgeber, die insbesondere für Neugründungen interessant sind, sowie die Förderinstitute, die allerdings in der Regel nur selten selbst als echte Finanzierer auftreten.

Vermeiden statt bereuen – erfolgreich finanzieren. Eine durchdachte Finanzierungsstrategie schafft Spielraum, Sicherheit und Wachstum.

Vermeiden statt bereuen – erfolgreich finanzieren. Eine durchdachte Finanzierungsstrategie schafft Spielraum, Sicherheit und Wachstum.

Richtig finanzieren

Das ist leichter gesagt als getan. Richtiges Finanzieren setzt in der Regel voraus, dass man für sein Vorhaben (also das Unternehmen und die konkreten Finanzierungsvorhaben) einen detaillierten Plan hat. Dann sollte man über den Markt seiner Geldgeber genau so viel wissen, wie über den eigenen. Häufige Standardfehler sind: Die Finanzplanung und -strategie macht der Steuerberater (genauso die Bilanzpolitik). Am besten alles mit der Hausbank, weil das am einfachsten ist, wenn man seinen Bankberater (der eigentlich ein Verkäufer der Produkte seiner Bank ist) einmal von seinem Unternehmen überzeugt hat. Außerdem bekommt man dort oft vermeintlich günstige Konditionen. Darum empfehlen wir folgende Regeln für eine gute Unternehmensfinanzierung.


• Eine auf die eigene Bilanzpolitik abgestimmte Finanzstrategie mit Plan B und C entwickeln.
• Eigenkapital und liquide Mittel erhalten und schützen. Noch nie ist ein Unternehmen an zu viel eigenen Geldmitteln gescheitert. Eigene Mittel verwendet man ideal nur in der Not, wenn Fremdkapitalgeber nicht mehr einsteigen wollen.
• Mehrere Banken und diese nur für die Dinge einsetzen, für die es keine Alternativen gibt. (Wussten Sie, dass sich Ihr Bankenrating verschlechtert, wenn Sie den gewährten, i.d.R. zu kleinen, Kontokorrent über das Jahr mit mehr als 50 Prozent in Anspruch nehmen?). Achten Sie gerade bei Banken auf das Thema Sicherheiten – gerne vereinnahmen diese mehr als notwendig. Meiden Sie Bürgschaften. Wenn doch, dann nach Höchstbetrag und Laufzeit begrenzen und den Gleichbehandlungsgrundsatz der Banken berücksichtigen.
• Idealerweise haben Sie mindestens eine regionale Bank, z. B. Sparkasse oder Volksbank und eine Geschäftsbank wie die Deutsche Bank oder Commerzbank oder Alternative.
• Anlagegüter oder Fahrzeuge sollten Sie mit einer oder mehreren Leasinggesellschaften finanzieren. Diese sollten idealerweise nicht aus dem Dunstkreis ihrer Banken kommen (z.B.: Sparkasse und Deutsche Leasing). Bei der Finanzierung sollte im Wesentlichen auf das Objekt abgestellt werden. Eine 20-%-Anzahlung sollte die Obergrenze sein.
• Prüfen Sie Angebote von Factoring- und Finetradeunternehmen. Setzen Sie auch dort auf eher mittelständische Player. Sie halten sich mit diesem Einsatz Linien bei Ihren Banken frei.
• Fördermittel sind oft verlockend, aber genauso oft mit erheblichen Sicherheitsleistungen (Bürgschaften) verbunden und oft obligatorisch an eine Bankfinanzierung gebunden.

Die Finanzlandwirtschaft hat sich in den letzten Jahrzehnten drastisch verändert.

Die Finanzlandwirtschaft hat sich in den letzten Jahrzehnten drastisch verändert.

Sinnvolles Zusatzwissen

Für eine gute Finanzierungsstrategie ist auch eine effektive Kommunikation mit den öffentlichen Wirtschaftsauskunfteien (Creditreform etc.) hilfreich. Gehen Sie offensiv auf diese zu und reichen Sie regelmäßig und rechtzeitig Ihre Jahresabschlüsse dort ein. Bitte beachten Sie pauschal bei Ihren Finanzpartnern: Nach der Finanzmarktkrise in 2008 – 2009 haben sich die Spielregeln für Banken und auch etwas für Leasinggesellschaften verändert. Es dominiert in den Häusern nun die Marktfolge. In der auf die Finanzmarktkrise folgenden Periode der niedrigen Zinsen und zunehmenden Aufsicht haben Banken ein großes Problem mit ihrer Rentabilität bekommen.

Um hier besser zu werden, kam es in den letzten Jahren zu erheblichen Fusionen (am Beispiel Deutschland): 1990 gab es noch ca. 4.700 Institute, 2024 waren es noch 1.480. 2023 sind die 19.507 Geschäftsstellen der Banken auf 17.870 gesunken. 1995/1996 waren es noch 68.000. Zusätzlich setzen Banken zunehmend auf Digitalisierung und KI und entfernen sich damit noch mehr aus der Kommunikation mit Ihren Kunden. Auch sollten Sie sich, falls nicht schon geschehen, mit dem Thema ESG (Environmental, Social, Governance) beschäftigen. Ihre Finanzpartner tun es in jedem Fall.

Filtern

Suchbegriff

Unterkategorie

Firmen

Inhaltstyp

Firmentyp

Land