Oxxid setzt bei Haltearmkomponenten auf 3D-Druck-Kompetenz von 1zu1
Oxxid hat das Design für ein Gerät zur elektromagnetischen Therapie entwickelt und setzt dabei auch auf 3D-Druck. Der zwei Kilogramm schwere Applikator wird von einem Haltearm stabil positioniert. 1zu1scale fertigt für dessen Griffe und Gelenke 18 Serienbauteile aus Kunststoff im 3D-Druck. Das werkzeuglose Verfahren erlaubte mehrere Designverbesserungen für eine maximal ergonomische Bedienung. Nun steht die nächste Evolutionsstufe bevor: Künftig werden die Teile aus schwarzem Pulver hergestellt. Weil damit das Färben entfällt, sinkt der Stückpreis deutlich.
Gerät für elektromagnetische Therapie. (Bild: Wolfgang Zlodej)
„Eine überschaubare Stückzahl legt für kleine serienreife Kunststoffbauteile den 3D-Druck nahe.“
Weniger ist mehr: Das Sprichwort passt perfekt zur Zusammenarbeit von 1zu1scale und Oxxid. Das Designbüro aus München hat für ein hochwertiges Medizingerät ein preisgekröntes Gerätedesign entwickelt. 1zu1scale ermöglicht mit robusten 3D-Druck-Bauteilen eine so leichte wie stabile Lösung für den Haltearm des Applikators. 18 schwarze Bauteile – von 6 bis 15 Zentimetern Größe – bilden belastbare Griffe und Gelenke für die rund ein Meter lange bewegliche Baugruppe.
Die Additive Fertigung war für Oxxid von Anfang an das bevorzugte Verfahren und 1zu1scale der logische Partner für die Produktion. Die beiden Unternehmen arbeiten seit über 25 Jahren zusammen – im 3D-Druck, Spritz- und Vakuumguss. „Wir sprechen dieselbe Sprache, tauschen uns offen aus und schaffen so schnell brauchbare Resultate. Der größte Pluspunkt ist sicher die Zuverlässigkeit von 1zu1scale. Bei Serien sind Termin- und Kostentreue das Wichtigste“, erzählt Luca Prohl, Projektleiter bei Oxxid.
1zu1scale hat für den Haltearm des Therapiegeräts insgesamt 18 optisch, haptisch und funktional anspruchsvolle 3D-Druck-Bauteile realisiert. (Bild: Oxxid)
Perfekte Lösung für Stückzahl und Bedarf
Das Premium-Gerät ist für Arzt- und Physiotherapiepraxen, Rehazentren und Sportvereine konzipiert. Preis und Anwendung spiegeln sich auch im jährlichen Bedarf wider. „Eine überschaubare Stückzahl legt für kleine serienreife Kunststoffbauteile den 3D-Druck nahe. Wir haben uns auf solche Teile spezialisiert und garantieren für ihre Qualität“, betont Enrico Hübner von 1zu1scale. Die Sichtelemente müssen auch optisch und haptisch überzeugen – und das auf lange Sicht. Schließlich werden sie regelmäßig mit Desinfektionsmittel gereinigt.
Beim Haltearm gab es zudem eine technische Herausforderung. Unter der Silikonschicht des Applikators verbirgt sich eine rund zwei Kilogramm schwere Kupferspule. Sie überträgt die elektromagnetischen Impulse des Geräts berührungslos auf den Körper des Patienten. Aufgrund der elektromagnetischen Wellen minimierte Oxxid den Metallanteil im Haltearm. „Je mehr Kunststoff, desto besser“, lautete die Devise. Freilich hat der Verzicht auf Stahl auch statische Folgen. Bei der Behandlung wird der Haltearm über einen längeren Zeitraum fixiert. „Wer seinen Arm einige Minuten lang streckt und dabei eine 2-Liter-Flasche in der Hand hält, kann sich die Belastung vorstellen“, sagt Luca Prohl. Die Bauteile aus dem 3D-Drucker müssen also einiges aushalten.
Iterationen während der Serienproduktion
Wenige Monate nach dem Start realisierte 1zu1scale eine erste Mini-Serie für Pilotmodelle. Die lieferte der Hersteller an die ersten Anwender aus. Mit den Erfahrungen und dem Feedback aus der Praxis machte sich Oxxid wieder ans Werk und feilte am Design. Dank der werkzeuglosen Fertigung gelangen Optimierungen während der laufenden Serienproduktion. „Wir haben an besonders beanspruchten Stellen die Wandstärken verändert und das Ganze noch ergonomischer gestaltet. So eine agile und iterative Produktentwicklung ist nur im 3D-Druck machbar“, sagt Luca Prohl.
Schwarz ist Trumpf
Mit original schwarzen Bauteilen hat 1zu1scale kürzlich einen neuen Trumpf ins Spiel gebracht. Ohne Färben sinken die Kosten pro Bauteil deutlich. Anfang des Jahres hat das Hightech-Unternehmen die innovative Technologie von Farsoon und das Material PA Black am Markt eingeführt – als erster Anbieter im DACH-Raum. Die Bauteile für den Haltearm waren für Enrico Hübner prädestiniert für den Materialwechsel: „Wir kennen die Anforderungen und haben das Vertrauen unseres Kunden.“
Nach der Bemusterung testeten 1zu1scale und Oxxid die schwarzen Teile auf Herz und Nieren. „Die Qualität ist gleich, das Einsparpotenzial einfach enorm. Ein Traum für jeden Entwickler. Wir sind stolz, dass wir als Pioniere mitmachen dürfen“, freut sich Luca Prohl. Die nächste Evolutionsstufe steht schon bevor: Der Umstieg auf PA Black und herstellerseitige Neuerungswünsche gaben den Anstoß für ein Redesign von Haltearm und Applikator. Oxxid und 1zu1scale haben sich schon in Details vertieft.






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