Autonome Drohne: Prototal erleichtert den Blick von oben
Das dänische Start-up Codrone will mit kompakten Drohnen die Echtzeit-Fernüberwachung aus der Luft vereinfachen. Mit nur rund vier Kilogramm Gesamtgewicht hebt die autonome Drohne Aluco leicht ab und bleibt auch bei Turbulenzen sicher in der Luft. Der gute Flug gelingt unter anderem dank des stabilen Gehäuses aus ultraleichten 3D-Druck-Bauteilen von Prototal. Europas führender Anbieter für den industriellen 3D-Druck startet 2026 im deutschsprachigen Raum durch.
3D-Druck-Bauteile von Prototal machen die autonome Drohne Aluco von Codrone federleicht. (Foto: Codrone)
„Wir können innerhalb der Gruppe 2.000 Drohnen an einem Tag drucken. Das macht uns in Europa niemand nach.“
Wie viel Wind und Wetter wirken auf die Drohne während eines Flugs ein und um wie viel kann das Gewicht für eine längere Flugzeit minimiert werden? Diese Fragen standen am Anfang der konstruktiven Überlegungen von Codrone. Das dänische Start-up hat sich früh für den 3D-Druck als Fertigungsverfahren für die Kunststoffkomponenten entschieden. Die Gründe liegen auf der Hand: Die Additive Fertigung ist wie geschaffen für stabilen Leichtbau ohne Stützen und erlaubt dank ihrer Designfreiheit aerodynamische Formen. Gleichzeitig spart sie Bauteile ein und senkt so Gewicht und Montageaufwand. Und dann ist da noch der immense Zeitgewinn – der Goldstandard für junge Unternehmen mit großen Ideen.
Mit diesen Vorteilen schlägt der 3D-Druck in der Theorie alle anderen Produktionsverfahren. In der Praxis schaffen jedoch nur wenige Anbieter wirklich tragfähige Resultate mit Seriencharakter. Topmoderne SLS-Technologien und leistungsstarke Materialien sind die Grundvoraussetzung. Für den Projekterfolg entscheidend sind Expertise, Erfahrung und eine enge Betreuung. Codrone fand mit Prototal den passenden Partner beinahe vor der Haustüre. Europas führender Anbieter für industriellen 3D-Druck hat unter anderem einen Standort in Dänemark.
Die 3D-Druck-Komponenten für Codrone wurden im SLS-Verfahren hergestellt. Prototal verfügt über eine Vielzahl an 3D-Druck-Technologien und 3D-Druck-Materialien.
Perfect Match
Die Zusammenarbeit ist ein „Perfect Match“: Zwischen Codrone und Prototal gab es sofort ein gemeinsames Verständnis für die Details des gemeinsamen Projekts. Gleichzeitig hat sich Prototal in den vergangenen Jahren stark weiterentwickelt und spezialisiert sich nun auch auf den zivilen und militärischen Drohnenbau – stark unterstützt durch ein vielseitiges Materialportfolio. Die Kapazitäten seien beeindruckend, wie Karin Holst, Global Sales Director Aerospace & Defence bei der Prototal Group, berichtet: „Wir können innerhalb der Gruppe 2.000 Drohnen an einem Tag drucken. Das macht uns in Europa niemand nach.“
Gewichtshalbierung und geringer Montageaufwand
Per Software analysierte das Team von Codrone alle während des Flugs auf den Rahmen einwirkenden Belastungen sowie die realen Betriebsbedingungen der Motoren, Rotoren, Sensoren, Kameras und Elektronikteile. Mit diesem Wissen entwarf Codrone ein organisches Design. Weil weniger Bauteile automatisch weniger Montageaufwand bedeuten, wurde die Anzahl der Komponenten auf ein Minimum reduziert. Prototal unterstützte mit Know-how rund um Material, Oberflächen und das Zusammenspiel der Einzelteile.
Manchmal machen kleine Details den Unterschied. Ein Tipp der Experten von Prototal waren Wärme-Gewindeeinsätze. „Sie vereinfachen die Montage und ermöglichen eine schnellere und langlebigere Lösung. Codrone musste nur das Design leicht adaptieren. Das geht im 3D-Druck zum Glück sehr schnell“, erklärt Flemming Gravesen, Sales Manager bei Prototal.
Insgesamt zehn dampfgeglättete und gefärbte Bauteile – das größte rund 25 Zentimeter lang, das kleinste etwa 5 Zentimeter – bilden das Gehäuse. Beim Material fiel die Wahl auf den Allzweckwerkstoff PA 2200. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Der Kunststoffrahmen aus dem 3D-Drucker wiegt nur halb so viel wie das Äquivalent aus Aluminium. Zudem punktet er mit besserer mechanischer Leistung und höherer Schwingungsdämpfungskapazität. Die geglättete Oberfläche schützt die elektronischen Komponenten noch besser vor Wind und Wetter. Mit anderen Worten: Die Drohne lebt länger und liefert auch bei widrigen Bedingungen konstant scharfe Bilder. Das macht Aluco zum Überflieger unter den autonomen Drohnen.
„Die Qualität und Verarbeitung der 3D-Druck-Komponenten von Prototal ist extrem hochwertig. Dadurch können wir direkt vom Prototyp zur Produktion der finalen Drohne übergehen“, schildert Kristian Husum Laursen, CEO und Co-Founder von Codrone, das weitere Vorgehen. Seit dem Pilotstart 2025 liefern die autonomen Überwachungsdrohnen von Codrone aus der Ferne hochauflösende Bilder in Echtzeit. So sind potenzielle Probleme und Eindringlinge rechtzeitig erkennbar – auf sensiblen Betriebsgeländen genauso wie beim Wildtier-Monitoring in der Natur.
Markteintritt in der DACH-Region
Seit 2026 sind die Dienstleistungen von Prototal auch in der DACH-Region über deren Standort in Österreich verfügbar. Als Europas flexibelster Fertigungspartner für Kunststoffteile betreibt die Prototal Group zehn Standorte in Schweden, Norwegen, Großbritannien, Österreich und Italien. Mit über 130 leistungsstarken 3D-Druckern, mehr als 110 Spritzgießmaschinen und integriertem Werkzeugbau deckt die Unternehmensgruppe die gesamte Wertschöpfungskette vom Prototyp bis zur Serienfertigung ab. Karin Holst ist überzeugt: „Der industrielle 3D-Druck hat das Potenzial, die Produktion von Drohnen radikal zu verändern. Prototal steht für schnellere Produktentwicklung, stärkere Leichtbaumaterialien und skalierbare Produktion auf Wunsch.“


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