anwenderreportage

Maschinenbaukompetenz von Weirather trifft auf AM-Serienkompetenz bei Formrise

Mit der neuen WLS 3232 von Weirather erweitert Formrise seinen Maschinenpark um eine technisch hochinteressante SLS-Anlage. Noch befindet sich das System in der Einführungsphase – doch Geschäftsführer Peter Spitzwieser sieht enormes Potenzial. Die Kombination aus solidem Maschinenbau und tiefem Prozessverständnis verspricht Großes.

Formrise steht für höchste Teilequalität. Neben PA12 als Standardmaterial werden auch PP, PA6, TPU und PA6 GF verarbeitet.

Formrise steht für höchste Teilequalität. Neben PA12 als Standardmaterial werden auch PP, PA6, TPU und PA6 GF verarbeitet.

Maschinenliste Formrise (Auszug)

SLS-Anlagen:
5 x EOS P110
2 x EOS P396
1 x EOS P760
1 x Weirather WLS 3232
Nachbearbeitung:
2 x DyeMansion-Färbeanlagen (DM60, schwarz/bunt)
ASM-Glättanlage
2 x Rösler Rundvibratoren
3 x Rösler/AM Solutions S1
1 x Weirather WES 60
Laserbeschriftung
Peripherie:
Rösler/AM Solutions Pulvermischanlage F1

„Für uns ist die WLS 3232 ein strategisches Investment“, betont Peter Spitzwieser, einer der Geschäftsführer der Formrise GmbH. Das Unternehmen mit Sitz in Waldkraiburg hat sich in den vergangenen Jahren als einer der führenden Dienstleister in der additiven Serienfertigung etabliert. Mit einem Fokus auf Qualität, Reproduzierbarkeit und Prozesssicherheit fertigt Formrise heute überwiegend Serienteile aus Hochleistungspolyamiden.

Die neue Maschine von Weirather Maschinenbau GmbH soll dabei künftig eine besondere Rolle übernehmen: „Wir wollen auf der Weirather Materialien verarbeiten, die auf unseren bisherigen EOS-Systemen nur schwer oder gar nicht laufen – etwa TPU oder Polypropylen“, erklärt Spitzwieser. „Diese Werkstoffe haben ein schlechtes Fließverhalten. Durch das von unten dosierte Pulver und die Option, zwischen Klinge und Rolle zu wählen, bietet die WLS 3232 hier völlig neue Möglichkeiten.“

Die Weirather WLS3232 befindet sich bei Formrise zurzeit noch in der Integrationsphase, wird aber künftig wesentlicher Bestandteil der Serienproduktion.

Die Weirather WLS3232 befindet sich bei Formrise zurzeit noch in der Integrationsphase, wird aber künftig wesentlicher Bestandteil der Serienproduktion.

Peter Spitzwieser
Geschäftsführer, Formrise GmbH

„Die WLS 3232 ist für uns ein Meilenstein. Wir können Materialien entwickeln, die auf etablierten Systemen nicht funktionieren – und das mit einer Maschine, die technisch auf höchstem Niveau arbeitet. Ich bin überzeugt, dass sie in unserer Serienfertigung künftig eine Schlüsselrolle spielt.“

Maschinenbau auf höchstem Niveau

Dass Weirather mit der WLS-Serie einen bemerkenswerten Maschinenbau auf die Beine gestellt hat, steht für Spitzwieser außer Frage. „Die Maschine ist konstruktiv sehr gut gemacht“, sagt er. „Sie baut die besten Teile in unserem gesamten Maschinenpark – extrem maßhaltig, hervorragende Oberflächen, perfekte Strukturen.“

Auch Günter Weirather, Geschäftsführer der Weirather Maschinenbau GmbH, sieht darin die Stärke seines Hauses: „Wir kommen aus dem klassischen Maschinenbau. Unsere Stärke ist es, robuste, präzise und servicefreundliche Systeme zu entwickeln. Für die Additive Fertigung heißt das: Mechanik, Thermik und Prozessstabilität auf Maschinenbauniveau.“

Perfekte Oberflächen, höchste Maßgenauigkeit und strenge Qualitätssicherung definieren die Qualitätsmaßstäbe bei Formrise.

Perfekte Oberflächen, höchste Maßgenauigkeit und strenge Qualitätssicherung definieren die Qualitätsmaßstäbe bei Formrise.

Günter Weirather
Geschäftsführer, Weirather Maschinenbau GmbH

„Unsere Anlagen sind so robust und präzise gebaut, dass sie in der Serienproduktion bestehen können. Mit Partnern wie Formrise zeigen wir, wie Maschinenbau und Additive Fertigung zusammenwachsen – zum Vorteil der gesamten Branche.“

Mit ihren modularen Baugruppen, der herausziehbaren Baukammer („Build Unit“) und der optionalen Vorheizstation zielt die WLS 3232 klar auf industrielle Anwendungen ab. „Rüstzeiten verkürzen sich drastisch, weil man außerhalb der Maschine vorbereiten kann und auch das Abkühlen des Baujobs außerhalb der Maschine erfolgen kann. Damit wird die Maschine nicht durch diese unproduktiven Schritte blockiert“, lobt Spitzwieser. „Das sind durchdachte Details, die im Produktionsalltag enorm helfen.“   Lernkurve mit Potenzial

Ganz ohne Anlaufschwierigkeiten ist der Start dennoch nicht verlaufen. „Stand heute ist die Maschine noch nicht vollständig in unsere Produktion integriert“, räumt Spitzwieser offen ein. „Wir testen, entwickeln und lernen – und haben noch ein paar Hürden zu nehmen.“ Ein wesentlicher Punkt betrifft die Prozesssoftware: „Die ursprüngliche Lösung mit 4D Additive hat für uns nicht so gut funktioniert. Inzwischen arbeiten wir mit Netfabb von Autodesk – das klappt sehr gut.“

Formrise nutzt die Einführungsphase gezielt, um Parameter und Prozesse selbst zu entwickeln. „Wir haben das EOS-GF-Pulver auf die Weirather übertragen und den Parameter komplett eigenständig aufgebaut“, erklärt Spitzwieser. „Das war echte Entwicklungsarbeit. Aber genau das war unser Ziel: die Maschine verstehen und Parameter von Grund auf selbst definieren.“

Oberflächenveredelung mittels Gleitschleifen ermöglicht reproduzierbare, perfekte Ergebnisse.

Oberflächenveredelung mittels Gleitschleifen ermöglicht reproduzierbare, perfekte Ergebnisse.

Anwender: Formrise

Die 2014 gegründete Formrise GmbH in Töging am Inn (D) bietet Technologieberatung, Entwicklung, Konstruktion, Fertigung und Baugruppenmontage für AM-Bauteile. Auf 1.100 m² betreibt das Unternehmen acht SLS-Anlagen und Systeme zum Postprocessing und fertigt darauf hochwertige Komponenten aus PA, PP und PA6 GF. Mit 14 Mitarbeitern erzielt Formrise einen Umsatz von 2,5 Mio Euro.

Formrise GmbH
Werkstraße 13
84513 Töging am Inn
http://www.formrise.com

Offene Prozessarchitektur als Schlüssel

Gerade diese Offenheit ist es, die Spitzwieser an der Weirather-Maschine so schätzt: „Ich habe Zugriff auf jedes Fitzelchen – Heizungen, Sensoren, Lasersteuerung. Für jemanden, der tief im Prozess steckt, ist das ein Traum. Für reine Produktionsbetriebe könnte es fast zu viel sein.“

Diese Freiheit ermöglicht Materialentwicklung auf einem Niveau, das mit weitgehend geschlossenen Systemen kaum möglich ist. „Bei unseren bisherigen Systemen bin ich in engen Parameterräumen gefangen, was bei Standardmaterialien und geringer Prozesskompetenz beim Anwender durchaus hilfreich sein kann. Die Weirather dagegen lässt mir völlige Gestaltungsfreiheit – und das ist für Serienfertiger mit Entwicklungsanspruch Gold wert.“

Färben in immer gleichbleibender Güte und Brillanz ist Bestandteil des Formrise-Leistungsangebotes.

Färben in immer gleichbleibender Güte und Brillanz ist Bestandteil des Formrise-Leistungsangebotes.

Additive Serienfertigung mit Qualitätsversprechen

Formrise fertigt heute über 60 bis 70 Prozent Serienteile – keine Prototypen. Entsprechend hoch ist der Qualitätsanspruch. „Wir garantieren unseren Kunden feste Toleranzen, definierte Oberflächen und mechanische Eigenschaften“, so Spitzwieser. „Dafür müssen unsere Maschinen absolut reproduzierbar arbeiten.“

Das Team prüft jede Anlage regelmäßig mit sogenannten Qualifikationsjobs: Standardisierte Bauteile werden gefertigt, vermessen und mit Referenzwerten abgeglichen. „So stellen wir sicher, dass jedes Teil auf jeder Maschine gleich aussieht – egal, auf welchem System es gebaut wurde. Das halten wir nicht nur bei den Fertigungsmaschinen so, sondern auch im Postprocessing. Wir haben auch unsere Nachbearbeitung so ausgebaut, dass wir immer gleichbleibende Ergebnisse erzielen. Ein konsequentes Tracking ermöglicht es uns, auch nach Jahren noch genau zu sagen, wie ein Job gebaut und nachbearbeitet wurde.“   Wartung in Eigenregie

Auch in puncto Service geht Formrise eigene Wege. „Wir warten alle unsere Maschinen selbst – künftig vielleicht ja auch die Weirather“, erklärt Spitzwieser. „Mechanik, Pneumatik, Elektrik – das ist kein Hexenwerk. Nur die Optikwartung lassen wir extern machen.“ Diese Eigenverantwortung passt zur Philosophie des Unternehmens: hohe Eigenkompetenz, kurze Reaktionszeiten, maximale Kontrolle über die Prozesse. „Das macht uns unabhängig und sichert die Qualität in der Serienfertigung“, sagt Spitzwieser.

Kooperation auf Augenhöhe

Für Weirather wiederum ist die Zusammenarbeit mit Formrise ein Glücksfall. „Formrise ist der ideale Partner, weil dort die Maschinen im echten Produktionsumfeld genutzt werden“, so Günter Weirather. „Das Feedback von Peter Spitzwieser und seinem Team liefert uns wertvolle Impulse für die Weiterentwicklung.“

Tatsächlich wird die WLS 3232 bei Formrise nicht im Labor- sondern im 24/7-Serienbetrieb erprobt. „Wir fahren sie unter den gleichen Bedingungen, wie wir jede Produktionsmaschine nutzen würden“, sagt Spitzwieser. „Nur so finden wir heraus, wo wir im Detail nachjustieren müssen.“

Blick in die Zukunft

Sobald die Einführungsphase vorbei ist und alle Anpassungen für den Serienbetrieb vorgenommen sind, soll die WLS 3232 fester Bestandteil der Serienproduktion werden – insbesondere für glasfaserverstärkte Polyamide (GF) und für das erweiterte Werkstoffportfolio wie TPU, PP und PA6 GF. „Wir sehen die Weirather langfristig als unsere Standard-GF-Maschine“, kündigt Spitzwieser an. „Und darüber hinaus als Plattform für exotische Materialien.“ Die technischen Voraussetzungen, wie zum Beispiel eine höhere Bauraumtemperatur, um PA6 zu verarbeiten, sind gegeben und versprechen eine erfolgreiche Umsetzung.

Auch eine WES 60 Entpackstation steht bereits bereit. „Damit können wir den gesamten Prozess – vom Bau bis zur Nachbearbeitung – effizient abbilden“, erklärt Spitzwieser. „Das ist ein wichtiger Schritt hin zur vollständigen Einbindung in unsere Produktion. Wir wollen die Maschine an ihre Grenzen führen! Ich sehe die WLS 3232 als Plattform, um unsere Serienfertigung weiterzuentwickeln“, fasst Spitzwieser zusammen. „Die Maschine hat keine konzeptionellen Schwachstellen – nur technische Hürden, die man lösen kann. Wenn sie einmal läuft, ist sie unschlagbar.“

Und auch Günter Weirather ist überzeugt: „Additive Fertigung braucht Maschinenbaukompetenz. Nur wer das Zusammenspiel von Mechanik, Thermik und Software wirklich versteht, kann Anlagen bauen, die in der Serienproduktion bestehen. Genau das ist unser Anspruch – und mit Partnern wie Formrise bringen wir ihn in die Praxis.“

Weirather auf der Formnext: Halle 11.1, Stand C59

Produkte im Einsatz

<b>Weirather WLS3232: </b>Die neue Generation von Weirather Laser Sintering 3232 steht für höchste Bauteilqualität und maximale Produktivität bei einem Produktionsvolumen von 38 Litern.

Weirather WLS3232

Die neue Generation von Weirather Laser Sintering 3232 steht für höchste Bauteilqualität und maximale Produktivität bei einem Produktionsvolumen von 38 Litern.

<b>Weirather WES60: </b>Automatisches und staubfreies auspacken von 3D-gedruckten SLS-Teile. Eine durchgängige Lösung für die staubfreie Reinigung der Bauteile sowie das automatische Sieben und Mischen des Pulvers nach Abschluss des Baujobs.

Weirather WES60

Automatisches und staubfreies auspacken von 3D-gedruckten SLS-Teile. Eine durchgängige Lösung für die staubfreie Reinigung der Bauteile sowie das automatische Sieben und Mischen des Pulvers nach Abschluss des Baujobs.

<b>Weirather WES60: </b>Automatisches und staubfreies auspacken von 3D-gedruckten SLS-Teile. Eine durchgängige Lösung für die staubfreie Reinigung der Bauteile sowie das automatische Sieben und Mischen des Pulvers nach Abschluss des Baujobs.

Weirather WES60

Automatisches und staubfreies auspacken von 3D-gedruckten SLS-Teile. Eine durchgängige Lösung für die staubfreie Reinigung der Bauteile sowie das automatische Sieben und Mischen des Pulvers nach Abschluss des Baujobs.

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