Lithoz präsentiert Keramikwerkstoffe für die Serie

Mit einer hochkarätigen Ausstellerriege wurde die diesjährige ceramitec – die internationale Leitmesse für Keramik – zum globalen Hotspot für Additive Fertigung technischer Keramik. Lithoz nutzte diese wichtige Plattform, um gleich drei brandneue Varianten einiger der beliebtesten Keramikwerkstoffe vorzustellen, die speziell für die industrielle Serienproduktion optimiert wurden. Weitere Highlights sind zahlreiche Serienanwendungen, die erstmals auf der ceramitec gezeigt wurden, sowie das neue CeraFab System S320 mit fünfmal größerer Bauplattform, das am Messestand in Aktion zu sehen war.

Die ersten patientenspezifischen Keramik-Ohrpassstücke für Hörgeräte werden auf Lithoz CeraFab S65 Medical-Druckern in Serienproduktion gefertigt.

Die ersten patientenspezifischen Keramik-Ohrpassstücke für Hörgeräte werden auf Lithoz CeraFab S65 Medical-Druckern in Serienproduktion gefertigt.

Um die einwandfreie Verarbeitung von Lithoz-Aluminiumoxid für die industrielle Fertigung weiter zu optimieren, vereint das auf der ceramitec vorgestellte neue LithaLox die Vorteile hochreinen Aluminiumoxids mit der unkomplizierten Verarbeitbarkeit der vielseitigeren Varianten. Zu den Verbesserungen zählen erreichbare Wandstärken von bis zu 12 mm und ein erhöhter Feststoffgehalt von 55 Vol.-%. Dieser hohe Füllgrad führt zu einem geringeren und gleichmäßigeren Schwindverhalten sowie zu hervorragenden keramischen Eigenschaften wie der in internen Versuchen beobachteten Biegefestigkeit.

Hervorragende Materialpassung

Die neue Zirkonoxid-Variante LithaCon, die auf der ceramitec Premiere feierte, wurde optimiert, um die Streuung der Endprodukte in der industriellen Fertigung weiter zu minimieren. Neben der verbesserten Bruchzähigkeit und Reinigungsfähigkeit wird die deutlich erhöhte Weibull-Modul-Wertigkeit, die die Streuung der Biegefestigkeitswerte innerhalb der Produktionschargen angibt, die Anwender von Zirkonoxid-Anwendungen begeistern. Industriell betrachtet führt das verbesserte Weibull-Modul als Zuverlässigkeitsparameter direkt zu einer signifikant reduzierten Abweichung der Qualität von den Sollwerten der Fertigteile. Insbesondere die optimierte Zusammensetzung von LithaCon ermöglicht eine hervorragende Materialpassung für Bauteile mit Gewindegeometrien, wie beispielsweise endossale Schrauben von Zahnimplantaten.

Da Lithoz in der Medizintechnikbranche zunehmend auf spezifisches Interesse stößt – von Zahnimplantaten über chirurgische Instrumente bis hin zu anderen Medizinprodukten wie Shavern oder Bohrern –, kann die starke Nachfrage nach LithaCon ATZ in medizinischer Qualität nun gedeckt werden. Aluminiumoxidverstärktes Zirkonoxid (ATZ) vereint die besten Materialeigenschaften von Aluminiumoxid und Zirkonoxid. Basierend auf dem nach ISO 13485 zertifizierten Qualitätsmanagement von Lithoz bietet der neue Werkstoff in medizinischer Qualität perfekte Biokompatibilität, Wandstärken von bis zu 17 mm und eine gemessene Biegefestigkeit von 993 MPa.

Ceramic 3D Factory

Neben der Einführung dreier neuer Keramikwerkstoffe für die industrielle Fertigung unterstreicht Lithoz seine führende Rolle bei der Realisierung industrieller Anwendungen. Mit ihrem „Manifest für die Serienproduktion im keramischen 3D-Druck“ liefert Lithoz einen soliden Leitfaden, wie das Potenzial der Additiven Fertigung mit Keramik voll ausgeschöpft werden kann. Die Präsentation verdeutlicht einmal mehr die zentrale Rolle des globalen Netzwerks der „Ceramic 3D Factory“ von Lithoz, bestehend aus erfahrenen Auftragsfertigern und Forschungsinstituten im Bereich der Laser-Coating-Technologie (LCM), als treibende Kraft für die rasante Verbreitung des LCM-basierten keramischen 3D-Drucks bei OEMs weltweit.

Highlights der ceramitec 2026

Eine S320-Bauplattform, bestückt mit 46 verschiedenen Keramikgusskernen zur Herstellung von Einkristall-Turbinenschaufeln für Flugzeugtriebwerke der nächsten Generation. Diese Demonstrationsmodelle stammten von Safran Aircraft Engines, die kürzlich drei Lithoz CeraFab System S65 -Drucker in ihrem Werk in Gennevilliers bei Paris installiert haben.

Ein hochkomplexer ALD-Ring (Atomlagenabscheidung) für die Halbleiterindustrie aus Aluminiumoxid mit einem bemerkenswerten Durchmesser von 380 mm. Dank hochpräziser LCM-Technologie verfügt der Ring über außergewöhnlich dünnwandige, optimierte Strömungskanäle. Dies führt zu einer nachweislich verlängerten Betriebszeit von einem auf neun Monate und einer Verdreifachung der Produktionsleistung. Design: Plasway, Produktion: Alumina Systems.

Ein starker medizinischer Bereich präsentierte die weltweit ersten patientenspezifischen Keramik-Ohrpassstücke für Hörgeräte in Serienproduktion. Diese wurden von der Schweizer Firma OC GmbH entwickelt und vermarktet und werden von CADdent (Deutschland) auf Lithoz CeraFab S65 Medical-Druckern individuell gefertigt. Sie feierten damit ihre Premiere im Bereich Ceramitec. Besondere Aufmerksamkeit galt außerdem den neuesten Exponaten im Bereich Knochenersatz, die mittlerweile durch über 25 Publikationen und klinische Studien belegt sind.

Besucher aus der Dentalbranche konnten 132 Zirkonoxid-Zahnimplantate auf einer einzigen CeraFab S65 Medical-Plattform besichtigen. Die durchschnittliche Fertigungszeit pro Implantat beträgt weniger als 2,5 Minuten, die berechneten Kosten pro Stück liegen unter fünf Euro. Die aus dem neuen medizinischen Zirkonoxid gefertigten Implantate konnten Besucher zudem anfassen und fühlen.

Ein absolutes Highlight für alle, die sich mit Wärmemanagement beschäftigen, waren die zahlreichen ausgestellten Sinterbauteile aus Aluminiumnitrid. Dank seines beeindruckenden Wärmeausdehnungskoeffizienten (CTE), der dem von Silizium sehr nahe kommt, steht dieses Material derzeit im Mittelpunkt des Interesses der Halbleiterindustrie. Eine imposante, 100 x 100 mm große Sinterkühlplatte mit hochpräzisen Innenkanälen ist das größte AlN-Bauteil, das jemals auf einem Lithoz CeraFab-Drucker gefertigt wurde.

Auf den Punkt gebracht

Johannes Homa, CEO von Lithoz, über die Bedeutung der ceramitec als weltweit führende Fachmesse für technische Keramik, erklärt: „Unsere LCM-Technologie ist ausgereift, und die meisten Anfragen nach Bauteilen sind direkt auf den Punkt gebracht. Es geht um die Anwendung und ihre Reproduzierbarkeit in der Serienfertigung. Unser konsequenter Fokus auf die Entwicklung praxisnaher Komponenten, unterstützt durch unser Netzwerk der Ceramic 3D Factory, bietet eine solide Grundlage für Projekte in vielen Branchen. Die ceramitec hat diesen Innovationsdruck frühzeitig erkannt, und konnte wieder einmal die gesamte Bandbreite der Anwenderbranchen auf der diesjährigen Hauptbühne für Hochleistungskeramik treffen.“

Filtern

Suchbegriff

Unterkategorie

Firmen

Inhaltstyp

Firmentyp

Land