Strategische Partnerschaft für industriellen Metall-3D-Druck: Eplus3D, Rosswag Engineering und qualloy bündeln Kompetenzen

Mit einer strategischen Kooperation treiben Eplus3D, Rosswag Engineering und qualloy die Industrialisierung der metallbasierten Additiven Fertigung weiter voran. Ziel der Zusammenarbeit ist der Aufbau eines durchgängigen, qualifizierten Ökosystems aus Anlagentechnik, Werkstoffen und Prozess-Know-how für die Serienfertigung.

Die EP-M550 von Eplus3D mit Peripheriegeräten für den geschlossenen Pulverkreislauf.

Die EP-M550 von Eplus3D mit Peripheriegeräten für den geschlossenen Pulverkreislauf.

Im Rahmen eines Memorandum of Understanding (MoU) bündeln die drei Unternehmen ihre jeweiligen Kernkompetenzen entlang der gesamten Wertschöpfungskette des Laser Powder Bed Fusion (LPBF). Ein zentraler Bestandteil der Kooperation ist die Investition von Rosswag Engineering in eine neue Eplus3D EP-M550 Anlage. Das System verfügt über ein Bauvolumen von 550 × 550 × 450 mm und ist mit acht Lasern ausgestattet. Die Installation erfolgt im derzeit im Bau befindlichen neuen AM-Zentrum von Rosswag. Ab Juni 2026 soll die Anlage für kundenspezifische Tests, Validierungen und Applikationsentwicklungen zur Verfügung stehen. Die Investition unterstreicht die strategische Ausrichtung von Rosswag, die additive Fertigung verstärkt auf größere und komplexere Bauteile auszuweiten.

Durchgängige Prozesskette als Schlüssel zur Industrialisierung

Die Partnerschaft adressiert eine zentrale Herausforderung der industriellen Additiven Fertigung, nämlich die bislang oft fehlende Durchgängigkeit und Validierung entlang der gesamten Prozesskette. Eplus3D bringt seine großformatigen LPBF-Systeme in die Kooperation ein, während Rosswag seine umfassende Expertise in der Metallverarbeitung, der Wärmebehandlung, der Zerspanung sowie in der Bauteilprüfung beisteuert. Ergänzt wird dies durch qualloy, das sowohl qualifizierte Metallpulver als auch die entsprechende Supply-Chain-Kompetenz einbringt. Gemeinsam entsteht so ein integriertes Fertigungsökosystem, das Maschinen, Materialien und Prozessparameter umfasst und gezielt auf industrielle Anforderungen ausgerichtet ist.

Systematische Materialqualifizierung und offene Verfügbarkeit

Ein wesentlicher Baustein der Zusammenarbeit ist die strukturierte Qualifizierung von Metallpulvern. Die für Eplus3D-Anlagen optimierten Pulver von qualloy werden im Innovationszentrum in Korntal-Münchingen systematisch getestet und qualifiziert. Nach erfolgreicher Validierung sollen die Materialien inklusive geprüfter Prozessparameter europaweit über den qualloy-Onlineshop verfügbar gemacht werden. Dieser Ansatz schafft Transparenz und reduziert Einstiegshürden für Anwender, da abgestimmte Material- und Prozesskombinationen direkt verfügbar sind und nicht mehr aufwendig individuell entwickelt werden müssen.

Fokus auf anspruchsvolle Industrieanwendungen

Die neue Anlage sowie das gemeinsame Entwicklungssetup sind insbesondere auf Anwendungen in anspruchsvollen Industriebereichen ausgerichtet. Dazu zählen unter anderem der Energie- und Turbomaschinenbau, druckführende Komponenten sowie Wärmetauscher und weitere industrielle Anwendungen. Gerade diese Einsatzfelder profitieren in besonderem Maße von der Designfreiheit additiver Fertigungsverfahren und der Skalierbarkeit großformatiger LPBF-Systeme, erfordern jedoch gleichzeitig hochgradig zuverlässige und validierte Fertigungsprozesse.

Schritt in Richtung Serienfertigung

Die Partner verfolgen das gemeinsame Ziel, die Additive Fertigung konsequent vom Prototyping in die wirtschaftliche Serienproduktion zu überführen. Im Fokus stehen dabei die Validierung der Prozessperformance, die Sicherstellung reproduzierbarer Materialqualität sowie die Entwicklung benchmarkfähiger Anwendungen. Darüber hinaus spielt auch die wirtschaftliche Betrachtung eine zentrale Rolle, da wettbewerbsfähige Bauteilkosten eine entscheidende Voraussetzung für die breite industrielle Nutzung darstellen. Durch die Kombination aus Maschinenplattform, qualifizierten Werkstoffen und einer integrierten Prozesskette soll die Eintrittsbarriere für die Serienfertigung deutlich gesenkt werden.

Einordnung: Ökosystem statt Einzeltechnologie

Die Kooperation verdeutlicht einen grundlegenden Trend in der additiven Fertigung: Die Industrialisierung erfolgt zunehmend nicht über isolierte technologische Fortschritte, sondern über das Zusammenspiel vollständig integrierter Ökosysteme. Die enge Verzahnung von Anlagenhersteller, Materialanbieter und Anwendungsspezialist schafft insbesondere für regulierte Branchen und sicherheitskritische Anwendungen die notwendige Grundlage für qualifizierte und skalierbare Produktionsprozesse.

Die Partner werden ihre Zusammenarbeit auch im Rahmen der Rapid.Tech 3D 2026 in Erfurt vom 5. bis 7. Mai vorstellen. Dort geben Eplus3D sowie Rosswag und qualloy Einblicke in die gemeinsame Entwicklungsarbeit und die nächsten Schritte auf dem Weg zur industriellen Serienfertigung.

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