Toolcraft erweitert additive Prozesskette um neue Fügetechnologien
Die Additive Fertigung ist längst ein fester Bestandteil moderner Produktionsstrategien – und bei der toolcraft AG ein zentrales Kompetenzfeld. Seit 2011 setzt das Unternehmen auf das Laser Powder Bed Fusion (LPBF)-Verfahren, seit 2019 ergänzt durch Laser Metal Deposition (LMD/DED). Damit bildet toolcraft die gesamte Prozesskette der metallischen Additiven Fertigung ab – von der Konstruktion über den Druckprozess bis hin zur präzisen CNC-Weiterbearbeitung.
Eine intelligent ausgelegte Aufspannung für die Weiterbearbeitung sichert Maßhaltigkeit und Prozesssicherheit.
Auch bei den nachgelagerten Prozessschritten geht das Unternehmen eigene Wege: Die effiziente Entfernung von Stützstrukturen mittels Trockeneisstrahlen und eine intelligent ausgelegte Aufspannung für die Weiterbearbeitung sichern Maßhaltigkeit und Prozesssicherheit. „Unser Ziel ist es, die additive Prozesskette ganzheitlich zu verstehen und kontinuierlich zu optimieren – vom Pulver bis zum einbaufertigen Bauteil“, sagt Christoph Hauck, Vorstand Technologie und Vertrieb bei toolcraft.
Beim WIG-Schweißen entsteht ein Lichtbogen zwischen einer nicht abschmelzenden Wolframelektrode und dem Werkstück.
Kombination von additiven und konventionellen Verfahren
Nun erweitert toolcraft sein Portfolio um neue Fügetechnologien, die insbesondere für komplexe Baugruppen und anspruchsvolle Werkstoffe entwickelt werden. „In der Kombination von additiven und konventionellen Verfahren liegt enormes Potenzial“, so Hauck, „Dadurch lassen sich Fertigungszeiten verkürzen, Materialkosten reduzieren und gleichzeitig höchste Qualitätsstandards sicherstellen.“
Im Fokus steht das Wolfram-Inertgas-Schweißen (WIG) – ein Verfahren, bei dem ein Lichtbogen zwischen einer nicht abschmelzenden Wolframelektrode und dem Werkstück entsteht. Mit oder ohne Zusatzwerkstoff können dabei präzise, saubere und spritzerfreie Schweißnähte erzeugt werden. WIG-Schweißen bietet sich besonders für hochwertige Sichtnähte und Werkstoffe mit speziellen Anforderungen an. Zu den Vorteilen zählen die universelle Einsetzbarkeit, die exakte Wärmekontrolle und die hohe Festigkeit sowie Korrosionsbeständigkeit der Verbindungen. Eingesetzt wird das Verfahren bei toolcraft unter anderem für Stahl-, Nickelbasis- und Aluminiumlegierungen – in Branchen wie Luft- und Raumfahrt, Halbleiterindustrie, Maschinenbau und Sicherheitsindustrie.
Neben dem WIG-Schweißen rückt auch das Rührreibschweißen (Friction Stir Welding, FSW) stärker in den Fokus. Besonders bei additiv gefertigten Aluminiumbauteilen eröffnet das Verfahren neue Möglichkeiten. „Da bei AM-Bauteilen das Schmelzschweißen durch das spezielle Mikrogefüge erschwert ist, bietet das Rührreibschweißen große Vorteile. Das Material wird dabei im plastischen Zustand gefügt, ohne aufzuschmelzen – so bleiben Struktur und Festigkeit optimal erhalten“, erläutert Christoph Barth, Werkstofftechniker und Schweißfachingenieur (IWE) bei toolcraft. Alle Schweißprozesse erfüllen dabei höchste Qualitätsanforderungen und sind nach DIN EN ISO 3834-2 sowie DIN 2303 zertifiziert.
AF – integrativer Bestandteil moderner Produktionssysteme
Mit dem digitalen Plattformansatz VIA des Geschäftsbereichs AMbitious überträgt toolcraft seine Fertigungskompetenz zudem in die virtuelle Welt. AMbitious bündelt Wissen, Prozesse und Erfahrungswerte rund um die Additive Fertigung und unterstützt Anwenderinnen und Anwender bei der effizienten Einführung und Nutzung additiver Technologien. So entsteht ein durchgängiger Wissens- und Technologietransfer – von der Idee bis zum funktionsfähigen Produkt. „Additive Fertigung entwickelt sich immer stärker von einer Einzelfertigungstechnologie zu einem integrativen Bestandteil moderner Produktionssysteme“, fasst Hauck zusammen. „Mit unseren neuen Fügetechnologien und digitalen Lösungen schaffen wir dafür die passende Basis.“
toolcraft auf der Formnext: Halle 12.0, Stand D88



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