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Formnext 2025: Additive Fertigung zeigt industrielle Reife
Mit ihrem zehnjährigen Jubiläum hat die Formnext 2025 in Frankfurt am Main ein deutliches Signal gesetzt: Die Additive Fertigung ist in der industriellen Praxis angekommen. Vom 18. bis 21. November präsentierten 804 Aussteller aus 61 Nationen entlang der gesamten Prozesskette Lösungen, Anwendungen und Weiterentwicklungen, die weniger auf spektakuläre Technologiesprünge als vielmehr auf Prozessstabilität, Effizienz und industrielle Umsetzbarkeit zielten. 38.282 Fachbesucher – fast die Hälfte davon international – unterstrichen die Bedeutung der Messe als globale Leitplattform.
Die Aussteller waren nicht nur mit der Besucherfrequenz, sondern auch mit der Qualität der Gespräche sehr zufrieden.
Formnext 2026
17. – 20. November 2026
Frankfurt (D)
www.formnext.com
Auffällig bei der Formnext 2025 war, dass es kaum einzelne, disruptive Neuerungen gab, die bestehende Technologien grundlegend infrage stellten. Stattdessen dominierten inkrementelle Weiterentwicklungen bei Maschinenkonzepten, Materialien, Software und Automatisierung. Gerade diese Entwicklung wurde von vielen Branchenvertretern positiv bewertet: Eine geringere Anzahl radikaler technologischer Veränderungen oder gar Neuerungen gilt als Indikator für zunehmende Industriereife. Erst wenn sich Innovationszyklen verlangsamen und Technologien konsolidieren, entstehen Vertrauen, Investitionssicherheit und belastbare Serienanwendungen – zentrale Voraussetzungen für den breiten industriellen Einsatz.
Inhaltlich lag der Fokus der Formnext 2025 auf skalierbaren Produktionslösungen und Automatisierung, spezialisierten Werkstoffen sowie durchgängigen digitalen Prozessketten vom Design über die Fertigung bis zur Nachbearbeitung. Künstliche Intelligenz spielte dabei vor allem eine unterstützende Rolle, etwa bei der Prozessüberwachung, der Qualitätskontrolle oder der Automatisierung. Die Messe zeigte damit deutlich: Additive Fertigung wird zunehmend als strategisches Produktionswerkzeug verstanden und weniger als experimentelles Innovationsfeld.
Umfangreiches Rahmenprogramm
Flankiert wurde die Ausstellung von einem nochmals erweiterten Rahmenprogramm mit Bühnenformaten, Guided Tours, Live-Demonstrationen und den Formnext Awards. Diese boten nicht nur Raum für fachlichen Austausch, sondern machten den wachsenden Praxisbezug der Branche sichtbar. Die durchweg positive Stimmung in den Hallen spiegelte wider, dass sich die AM-Industrie trotz wirtschaftlich herausfordernder Rahmenbedingungen stabil und zukunftsorientiert präsentiert. Die Qualität der Gespräche war hervorragend und die Messe außerordentlich gut besucht.
Diese Entwicklung bildet zugleich die Grundlage für die strategische Weiterentwicklung der Messe. Mit Blick auf die Formnext 2026 kündigten die Veranstalter an, das Vereinigte Königreich als Partnerland in den Mittelpunkt zu stellen. Die UK gilt seit Jahren als einer der führenden AM-Standorte weltweit – geprägt durch eine enge Verzahnung von leistungsfähiger Fertigungsindustrie, Forschung, Maschinenentwicklung, Software und industriellen Anwendungen. Besonders bei Branchen wie Luft- und Raumfahrt, Automobilbau, Verteidigung, Energie und Medizintechnik nimmt das Land eine wichtige Rolle ein.
Parallel dazu will die Formnext ihr Engagement in zentralen Anwenderindustrien weiter ausbauen. Aktivitäten auf Fachmessen wie der AERO Friedrichshafen, der OT-World oder der Automechanika sollen neue Anwendergruppen gezielt an die Additive Fertigung heranführen und deren industriellen Mehrwert verdeutlichen. Ergänzt wird dies durch eine optimierte Hallenstruktur auf drei Ausstellungsebenen, die kürzere Wege und klarere Besucherströme ermöglichen soll.
Die Formnext 2025 hat damit weniger durch disruptive Schlagzeilen überzeugt als durch eine klare, reife Botschaft: Additive Fertigung ist kein Zukunftsversprechen mehr, sondern ein etabliertes industrielles Werkzeug. Der angekündigte strategische Ausbau zur Formnext 2026 zeigt, dass es nun weniger um das „Ob“, sondern zunehmend um das „Wie“ des industriellen Einsatzes geht – ein Zeichen für eine Branche, die erwachsen geworden ist.


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